Die Computerbranche besinnt sich auf alte Tugenden zurück und möchte
das User wieder auf dem Mainframe arbeiten. Früher war es so, das man
nur im Besitz eines Rechners war, der gerade mal Fähig war den
Bildschirm zu steuern und Befehle über eine Tastatur entgegen zu
nehmen. Die hat er dann einen Server geschickt und da ausgeführt. Und
genau das machen die Cloudanbieter jetzt auch wieder. Sei es nun Mails
im Webbrowser zu betrachten oder Dokumente bearbeiten.
Gut man ist aufgeschmissen, wenn man kein Internet hat, oder wenn der
Betreiber des Servers ein Stromausfall hat oder Insolvenz
anmeldet. Auch verliert man die Kontrolle über seine
Dokumente. Dennoch scheinen viele Benutzer gerne ihren Kopf in die
Wolke zu stecken und sich dem Anbieter zu offenbaren.
Microsoft hat jetzt sein Office-Cloud-Thingy gestartet und erstmal
zugegeben, dass auch Amerikanische Geheimdienste und Polizei Zugriff
auf alle Daten haben [1] und auch Dropbox ermöglicht den Zugriff durch
Dritter indem sie einfach überhaupt nicht auf Benutzerseite
verschlüsseln [2]. Für die meisten Benutzer ist das wirklich
scheißegal. Ihre Dokumente werden einen Wert haben, der nur für
Werbetechnische Zwecke genutzt werden kann. Also wundern Sie sich dann
nicht, wenn Sie privat an mehreren Bisexuellen BDSM Kurzgeschichten
schreiben, dass Sie dann entsprechend Werbung auf Ihr Handy bekommen.
Aber was ist mit unseren korrupten Politikern? Ausgaben für ein iPad
übernimmt der Bundestag, so dass sie auch effizient im Bundestag
arbeiten können. Soweit so gut. Aber Apple wird mit der neuen Firmware
ihre iCloud direkt einbinden und Apple ist dafür bekannt
Entscheidungen dem Benutzer abzunehmen. Und es ist auch praktisch,
wenn man am Rechner ein Dokument bearbeitet und dann einfach am Pad
weiter schreiben kann. Aber wo landet dann das Dokument? Das landet in
den USA auf der Appleserverfarm. Wer hat darauf Zugriff? Zugegeben, es
läuft auf das gleiche hinaus, wenn jetzt der Amerikanische Diplomat
über alles unterrichtet wird oder ob sich die Amerikaner einfach die
Dokumente vom Server holen.
Wie kann man dem entgegen wirken? Clouddienste sind praktisch und ich
will die auch nutzen! Sehr einfach Open Source! Kein Dienst der nicht
Open Source ist, hat sich bis jetzt im Internet durchgesetzt. GNU
Media Goblin [3] läßt sich selber eine Cloud zu hause betreiben. Jetzt
noch ein kleiner Linux Rechner, mit einem Stromverbrauch von um die 10
W, eine 1 TB Festplatte ran und Internet ist eh meistens da. Schon hat
man eine Cloud, die man auch von unterwegs nutzen kann, die sich
vollkommen unter seiner Kontrolle befindet.
Und wenn man schon einen extra Rechner für so was einrichtet, dann kann
man auch gleich ein Mailserver installieren und sich ein Stück weiter
aus der staatlichen Überwachung entziehen. Ich persönlich verstehe
sowieso nicht, wieso sich Leute, die es darauf anlegen das Gesetz zu
umgehen, sich Emails vom Staat auf dem Mailserver des Betreibers
mitlesen lassen.
Footnotes:
[1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Behoerden-duerfen-auf-europaeische-Cloud-Daten-zugreifen-1270455.html
[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Behoerde-soll-sich-mit-Dropbox-beschaeftigen-1243153.html
[3] http://mediagoblin.org/
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Thursday, June 30, 2011
Wednesday, May 25, 2011
The new fish in the sea - MeeGo
Apple, Google, RIM - Das sind die drei großen Akteure, wenn man an
Smartphones denkt. Jeder findet das iPhone sexy, Android Handys
praktisch und vielseitig und Blackberry für die restlichen.
Aber was ist MeeGo [1]? Die Financial Times Deutschland hat sich die Mühe
gemacht und eine Redakteurin zur im moment stattfindenden
Entwicklerkonferenz geschickt [2], nur leider hat sie da nicht so ganz
verstanden worum es wirklich geht - Freiheit.
Also was unterscheidet jetzt MeeGo von den anderen Betriebssystemen?
Nun es basiert wie Android auf Linux, aber es benutzt auch für das
restliche System Standard Linux Komponenten. Jetzt wirft sich die
Frage auf, was bringt das für den Benutzer? Das ist ziemlich einfach
zu beantworten, dadurch das nicht alles selber Entwickelt wird, sind
die Komponenten robuster und haben eine viel größere
Entwicklergemeinde.
Die FDT Autorin führt an, dass das es kaum Entwickler gibt. Ja, das
mag so scheinen und auch im Moment für die MeeGo Oberfläche
stimmen. Aber zum Beispiel basiert der Bluetoothteil auf BlueZ [3] und
dessen Entwicklung fing 2000 an, also liegt 11 Jahre zurück. Viele
Bluetoothsicherheitslücken wurden erst damit aufgedeckt. Anfang 2000
haben alle Hersteller die Software für Bluetooth selber geschrieben,
wie auch Windows, und es haben sich da sehr viele Sicherheitslücken
verborgen. Der damalige Konsens für Bluetooth war, ausschalten wenn
man es nicht benötigt.
MeeGo wird von der Linux Fondation [4] unterstützt und setzt sich
somit für Open Source ein. Das ist ein Gewinn für die Hersteller,
sowie für die Benutzer. Die Hersteller sparen Entwicklungskosten ohne
sich an Google auszuliefern. Und Google hat schon angekündigt die
Entwicklung und den Vertrieb von Android restriktiver zu
gestalten. Und der Benutzer bekommt mehr Freiheiten und Sicherheit.
Es ist eine Grundlage bei MeeGo, dass der Benutzer auf seinem Gerät
selber Software installieren kann und dazu zählt auch das
Betriebssystem. Es wird nicht mehr vorgeschrieben, wann man was
updaten muss oder welche Softwareversion man zu verwenden hat. Das
Handy wird mehr und mehr zu einem mobilen Computer. Beim Computer
entscheiden sie schließlich auch selbst welche Windows, Mac oder Linux
Version sie installieren.
Das bringt uns zum Punkt Sicherheit. Und hier gibt es zwei
Aspekte. Einmal erhält der Benutzer so die Sicherheit, dass sein
Produkt über einen längeren Zeitraum unterstützt
wird. Sicherheitsupdates lassen sich viel einfacher einspielen, da man
nur eine Komponente updaten muss.
Anderseits verfolgt MeeGo ein anderes Sicherheitskonzept als die
anderen Hersteller. Das wird von einem Entwickler gut zusammengefasst:
schaffen, indem sie alles und jedem ausschießen der nicht passt. Das
nachsehen hat der Benutzer. Der nächste Datenskandal wird auch
kommen, das ist nur eine Frage der Zeit. Der Benutzer hat auch im
moment keine Möglichkeit sich vor den Zugriffen der Hersteller zu
entziehen, er ist vollkommen ausgeliefert und läuft ins offene Messer.
Oder glaubt jemand wirklich, dass die 6 Monate Ortsdaten auf dem
iPhone wirklich ein Programmierfehler von Apple waren? Android hat das auch
gemacht, aber mit einem gehackten Handy konnte man die Daten auf dem
Gerät löschen.
Wird sich Meego durchsetzen? Meiner Meinung erst langfristig, aber es
wird. Aber nicht weil die Benutzer die Freiheit und Möglichkeiten
lieben. Sondern die Hersteller werden eine wirtschafliche abwägung
machen. Es ist kostenlos MeeGo zu nutzen, die Geräte müssen keine
Spezifikationen der Softwareentwickler erfüllen und die
Weiterentwicklung der Platform wird unabhängig vorangetrieben. Kein
logisch handlendes Unternehmen wird sich vollkommen ein
Softwarelieferanten unterwerfen, sei es nun von Google, Microsoft oder
sonst wen.
Freiheit bedeutet eben auch Freiheit für Hersteller.
Footnotes:
[1] https://www.meego.com/
[2] http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:mobiles-betriebssystem-notbeatmung-fuer-entwickler-von-meego/60056625.html
[3] http://www.bluez.org/
[4] http://www.linuxfoundation.org/
[5] https://twitter.com/#!/bergie/status/73088936473407489
Smartphones denkt. Jeder findet das iPhone sexy, Android Handys
praktisch und vielseitig und Blackberry für die restlichen.
Aber was ist MeeGo [1]? Die Financial Times Deutschland hat sich die Mühe
gemacht und eine Redakteurin zur im moment stattfindenden
Entwicklerkonferenz geschickt [2], nur leider hat sie da nicht so ganz
verstanden worum es wirklich geht - Freiheit.
Also was unterscheidet jetzt MeeGo von den anderen Betriebssystemen?
Nun es basiert wie Android auf Linux, aber es benutzt auch für das
restliche System Standard Linux Komponenten. Jetzt wirft sich die
Frage auf, was bringt das für den Benutzer? Das ist ziemlich einfach
zu beantworten, dadurch das nicht alles selber Entwickelt wird, sind
die Komponenten robuster und haben eine viel größere
Entwicklergemeinde.
Die FDT Autorin führt an, dass das es kaum Entwickler gibt. Ja, das
mag so scheinen und auch im Moment für die MeeGo Oberfläche
stimmen. Aber zum Beispiel basiert der Bluetoothteil auf BlueZ [3] und
dessen Entwicklung fing 2000 an, also liegt 11 Jahre zurück. Viele
Bluetoothsicherheitslücken wurden erst damit aufgedeckt. Anfang 2000
haben alle Hersteller die Software für Bluetooth selber geschrieben,
wie auch Windows, und es haben sich da sehr viele Sicherheitslücken
verborgen. Der damalige Konsens für Bluetooth war, ausschalten wenn
man es nicht benötigt.
MeeGo wird von der Linux Fondation [4] unterstützt und setzt sich
somit für Open Source ein. Das ist ein Gewinn für die Hersteller,
sowie für die Benutzer. Die Hersteller sparen Entwicklungskosten ohne
sich an Google auszuliefern. Und Google hat schon angekündigt die
Entwicklung und den Vertrieb von Android restriktiver zu
gestalten. Und der Benutzer bekommt mehr Freiheiten und Sicherheit.
Es ist eine Grundlage bei MeeGo, dass der Benutzer auf seinem Gerät
selber Software installieren kann und dazu zählt auch das
Betriebssystem. Es wird nicht mehr vorgeschrieben, wann man was
updaten muss oder welche Softwareversion man zu verwenden hat. Das
Handy wird mehr und mehr zu einem mobilen Computer. Beim Computer
entscheiden sie schließlich auch selbst welche Windows, Mac oder Linux
Version sie installieren.
Das bringt uns zum Punkt Sicherheit. Und hier gibt es zwei
Aspekte. Einmal erhält der Benutzer so die Sicherheit, dass sein
Produkt über einen längeren Zeitraum unterstützt
wird. Sicherheitsupdates lassen sich viel einfacher einspielen, da man
nur eine Komponente updaten muss.
Anderseits verfolgt MeeGo ein anderes Sicherheitskonzept als die
anderen Hersteller. Das wird von einem Entwickler gut zusammengefasst:
"I'm happy that MeeGo Security Framework is retargeted at protectingDas bringt es auf dem Punkt. Die Hersteller versuchen Sicherheit zu
you, not the operator or device manufacturer. #meegoconf"[5]
schaffen, indem sie alles und jedem ausschießen der nicht passt. Das
nachsehen hat der Benutzer. Der nächste Datenskandal wird auch
kommen, das ist nur eine Frage der Zeit. Der Benutzer hat auch im
moment keine Möglichkeit sich vor den Zugriffen der Hersteller zu
entziehen, er ist vollkommen ausgeliefert und läuft ins offene Messer.
Oder glaubt jemand wirklich, dass die 6 Monate Ortsdaten auf dem
iPhone wirklich ein Programmierfehler von Apple waren? Android hat das auch
gemacht, aber mit einem gehackten Handy konnte man die Daten auf dem
Gerät löschen.
Wird sich Meego durchsetzen? Meiner Meinung erst langfristig, aber es
wird. Aber nicht weil die Benutzer die Freiheit und Möglichkeiten
lieben. Sondern die Hersteller werden eine wirtschafliche abwägung
machen. Es ist kostenlos MeeGo zu nutzen, die Geräte müssen keine
Spezifikationen der Softwareentwickler erfüllen und die
Weiterentwicklung der Platform wird unabhängig vorangetrieben. Kein
logisch handlendes Unternehmen wird sich vollkommen ein
Softwarelieferanten unterwerfen, sei es nun von Google, Microsoft oder
sonst wen.
Freiheit bedeutet eben auch Freiheit für Hersteller.
Footnotes:
[1] https://www.meego.com/
[2] http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:mobiles-betriebssystem-notbeatmung-fuer-entwickler-von-meego/60056625.html
[3] http://www.bluez.org/
[4] http://www.linuxfoundation.org/
[5] https://twitter.com/#!/bergie/status/73088936473407489
Wednesday, May 18, 2011
Warum Open Source wichtig ist
Zugegeben der Begriff Open Source ist sehr abstrakt und man denkt
sofort immer an Software und Betriebssysteme. Und warum sollte man
sich darum kümmern, wenn das Betriebssystem meist sowieso mit dem
Computer mitgeliefert wird?
Darauf könnte ich jetzt was erzählen, mach ich aber nicht. Heute geht
es mir um Open Source wo man es vielleicht nicht vermutet: Karten.
Jeder kennt Google Maps, Bing Maps oder Yahoo Maps. Daraus ist schon
erkenntlich, dass jede Suchmaschine eine eigene Kartenapplikation
hat. Die Tage, als man noch Mapquest benutzt hat sind vergessen. Aber
zurück zum Thema, Open Source für Karten gibt es auch:
Openstreetmap.org
Warum das Sinnvoll ist zeigen die beiden Links:
http://www.openstreetmap.org/?lat=38.96&lon=125.51&zoom=7&layers=M
http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=39.749434,127.595215&spn=4.696025,8.195801&z=7
Sie verlinken auf Nordkorea. Und wie man sieht, hat Openstreetmap
wenigstens schonmal angefangen Straßen und Städte einzuzeichen. Bei
Google Maps ist Nordkorea nur ein weißer Fleck.
Die logische Frage darauf ist, wieso sollte mich Nordkorea
interessieren, da komm ich eh nie hin. Das ist richtig, aber dieses
Beispiel zeigt ganz klar, dass wenn Firmen an einer Sache kein Geld
verdienen können, werden sie es auch nicht unterstützen. Oder sie
werden den Support einstellen, wenn es sich nicht mehr lohnt.
Dieses Beispiel zeigt auch, dass es sinnvoll sein kann, dass der
Benutzer in ein Projekt einbringen kann.
Firmen kaufen meist Datenbestände auf und pflegen sie in ihre
Datenbanken ein. Es ist unmöglich zu
überprüfen, ob diese Daten aktuell sind oder überhaupt stimmen. Und
für Städte in denen viel gebaut wird, kann ein kommerzieller Dienst
nicht hinterher kommen.
Und das beste für Openstreetmap muss man nichtmal programmieren
können oder Programme installieren, man kann alles im Browser
machen. Es hat mich 10 Minuten gekostet eine kleine Seitenstraße für
Fußgänger und Fahrradfahrer einzufügen.
sofort immer an Software und Betriebssysteme. Und warum sollte man
sich darum kümmern, wenn das Betriebssystem meist sowieso mit dem
Computer mitgeliefert wird?
Darauf könnte ich jetzt was erzählen, mach ich aber nicht. Heute geht
es mir um Open Source wo man es vielleicht nicht vermutet: Karten.
Jeder kennt Google Maps, Bing Maps oder Yahoo Maps. Daraus ist schon
erkenntlich, dass jede Suchmaschine eine eigene Kartenapplikation
hat. Die Tage, als man noch Mapquest benutzt hat sind vergessen. Aber
zurück zum Thema, Open Source für Karten gibt es auch:
Openstreetmap.org
Warum das Sinnvoll ist zeigen die beiden Links:
http://www.openstreetmap.org/?lat=38.96&lon=125.51&zoom=7&layers=M
http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=39.749434,127.595215&spn=4.696025,8.195801&z=7
Sie verlinken auf Nordkorea. Und wie man sieht, hat Openstreetmap
wenigstens schonmal angefangen Straßen und Städte einzuzeichen. Bei
Google Maps ist Nordkorea nur ein weißer Fleck.
Die logische Frage darauf ist, wieso sollte mich Nordkorea
interessieren, da komm ich eh nie hin. Das ist richtig, aber dieses
Beispiel zeigt ganz klar, dass wenn Firmen an einer Sache kein Geld
verdienen können, werden sie es auch nicht unterstützen. Oder sie
werden den Support einstellen, wenn es sich nicht mehr lohnt.
Dieses Beispiel zeigt auch, dass es sinnvoll sein kann, dass der
Benutzer in ein Projekt einbringen kann.
Firmen kaufen meist Datenbestände auf und pflegen sie in ihre
Datenbanken ein. Es ist unmöglich zu
überprüfen, ob diese Daten aktuell sind oder überhaupt stimmen. Und
für Städte in denen viel gebaut wird, kann ein kommerzieller Dienst
nicht hinterher kommen.
Und das beste für Openstreetmap muss man nichtmal programmieren
können oder Programme installieren, man kann alles im Browser
machen. Es hat mich 10 Minuten gekostet eine kleine Seitenstraße für
Fußgänger und Fahrradfahrer einzufügen.
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